Marketingmaterial. Nur für professionelle Anleger.
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Forschungsergebnisse von Professor Gianni Nicolini zeigen, warum eine reibungslos funktionierende automatisierte Beratung nicht mit einer umfassenden, verantwortungsvollen Finanzplanung verwechselt werden sollte.
Generative KI hat den Zugang zu Finanzinformationen erleichtert und kann komplexe Zusammenhänge verständlich darstellen. Wer sich über Risiken, die Aufteilung seines Vermögens auf verschiedene Anlageklassen oder die Zusammenstellung eines Portfolios informieren möchte, erhält innerhalb weniger Sekunden eine selbstbewusst formulierte und gut strukturierte Antwort. Dieser erleichterte Zugang ist nützlich. Doch wie Professor Gianni Nicolini von der Universität Rom Tor Vergata Anfang Oktober auf der Mediolanum-Medienveranstaltung MedMe 2026 erläuterte, darf eine auf den ersten Blick überzeugende Antwort nicht mit einem durchdachten Finanzplan verwechselt werden. Denn eine fundierte Planung erfordert nach wie vor, die persönliche Situation des Kunden zu berücksichtigen, geeignete Empfehlungen zu entwickeln und auch Verantwortung für diese zu übernehmen. Bei automatisiert erstellten Antworten ist deshalb Vorsicht geboten.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Finanzplanung und Vermögensaufteilung zwei unterschiedliche Disziplinen sind, auch wenn beide häufig unter dem Begriff „Finanzberatung“ zusammengefasst werden. Entsprechend unterschiedlich ist der Mehrwert, den KI jeweils bieten kann. Bei der Beratung zur Vermögensaufteilung geht es häufig um eine klar umrissene Aufgabe: das Risikoprofil eines Kunden einschätzen, eine geeignete Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen vorschlagen oder ein Portfolio zusammenstellen. Eine umfassende Finanzplanung muss dagegen deutlich mehr leisten.
Sie bringt die Ziele des Kunden mit seinem Einkommen, seinen Verbindlichkeiten, seiner familiären Situation, seinen finanziellen Rücklagen, der Entnahmeplanung für den Ruhestand und seinem Absicherungsbedarf in Einklang. Zudem muss sie regelmäßig überprüft und an veränderte Lebensumstände angepasst werden.
Die Vermögensaufteilung kann somit ein wichtiger Bestandteil eines Finanzplans sein, ersetzt diesen jedoch nicht. Für Berater gewinnt diese Unterscheidung zunehmend an Bedeutung, da immer mehr Kunden bereits mit KI-generierten Informationen, Vergleichen und sogar konkreten Empfehlungen in die Beratung kommen.
Auch individuell formulierte Antworten können auf allgemeinen Empfehlungen beruhen
Welche Antworten eine KI liefert, hängt unter anderem von den Annahmen in der Fragestellung, den verfügbaren Informationen und den Mustern ab, die sie während ihres Trainings erlernt hat. Eine Antwort kann daher sehr persönlich klingen, obwohl sie lediglich auf einer allgemeinen Faustregel beruht oder einen wichtigen Aspekt außer Acht lässt. Unterschiedliche Ergebnisse sollten deshalb nicht automatisch als verlässliche Empfehlungen betrachtet werden. Vielmehr gilt es zu prüfen, ob die zugrunde liegenden Überlegungen schlüssig und konsistent sind.
Entscheidend ist nicht, ob eine Antwort plausibel klingt. Es kommt darauf an, ob alle relevanten Umstände berücksichtigt, mögliche Zielkonflikte erläutert und die Verantwortlichkeiten klar geregelt sind. So muss eine Empfehlung zur Höhe der finanziellen Notfallreserve berücksichtigen, auf welche liquiden Mittel ein Haushalt tatsächlich zurückgreifen kann. Und ein Vorschlag für Entnahmen im Ruhestand muss sowohl zum zeitlichen Finanzbedarf des Kunden als auch zu seiner Fähigkeit passen, mögliche Verluste zu verkraften.
Was die Forschungsergebnisse zeigen
Vorläufige Ergebnisse einer im Juni 2026 von der Universität Tor Vergata und Dynata durchgeführten Umfrage deuten darauf hin, dass sich Verbraucher bei der Finanzberatung nach wie vor am wohlsten fühlen, wenn sie von einem Menschen beraten werden. An zweiter Stelle folgen Berater, die KI zur Unterstützung einsetzen. Eine ausschließlich KI-gestützte Beratung schnitt am schlechtesten ab. Zwar spiegeln diese Ergebnisse die Wahrnehmung der Verbraucher wider und lassen keine Rückschlüsse auf tatsächliche Anlageergebnisse zu. Sie unterstreichen jedoch, wie wichtig menschliches Vertrauen in der Finanzberatung weiterhin ist.
Nicolini stellte außerdem die Ergebnisse kleinerer Fallstudien aus dem Versicherungsbereich vor, bei denen menschliche und KI-generierte Antworten bewertet wurden, ohne dass die Bewertenden deren Herkunft kannten. In den Bereichen Lebens-, Kranken- und Kfz-Versicherung schnitt die menschliche Antwort jeweils besser ab als der Durchschnitt der KI-Modelle. Einzelne Modelle erzielten allerdings auch bessere Ergebnisse als der Mensch. Daraus lässt sich also nicht ableiten, dass Menschen der Technologie grundsätzlich überlegen sind. Vielmehr zeigen die Ergebnisse, dass automatisiert erstellte Antworten sorgfältig geprüft, in den richtigen Zusammenhang eingeordnet und von Menschen kontrolliert werden müssen, bevor auf ihrer Grundlage Entscheidungen getroffen werden.
Was bedeutet das für unabhängige Finanzberater?
Für unabhängige Finanzberater schmälert generative KI den Wert professioneller Beratung damit keineswegs. Im Gegenteil: Sie macht deutlich, worin dieser Wert tatsächlich liegt. Während sich die Informationsbeschaffung und erste Analysen zunehmend automatisieren lassen, erfordern das Verständnis für die individuelle Situation eines Kunden, das Abwägen unterschiedlicher Ziele und die Anpassung der Finanzplanung an veränderte Lebensumstände weiterhin menschliches Urteilsvermögen.
Richtig eingesetzt, kann KI Beratern helfen, Informationen aufzubereiten, verschiedene Szenarien durchzuspielen und komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären. Die Verantwortung bleibt jedoch beim Berater. Er muss die Ergebnisse bewerten, Risiken erläutern und sicherstellen, dass Empfehlungen zur gesamten finanziellen Situation des Kunden passen. Denn Kunden brauchen mehr als Antworten: Sie brauchen einen Ansprechpartner, der Verantwortung übernimmt und sie langfristig begleitet.
Technologie sollte die Beziehung zwischen Berater und Kunde stärken
Wenn KI allein keine umfassende Finanzplanung ersetzen kann, stellt sich die Frage, wie Unternehmen die Technologie verantwortungsvoll in ihre bestehenden Prozesse integrieren können. Hier decken sich die Forschungsergebnisse mit dem Ansatz von Mediolanum. Wir verstehen Technologie als Instrument, um das professionelle Urteilsvermögen zu stärken und die Kommunikation zu verbessern – nicht, um Berater zu umgehen oder persönliche Empfehlungen vollständig zu automatisieren. Klare Regeln und Kontrollmechanismen ermöglichen es, Anlageexpertise breiter verfügbar zu machen und Portfolioentscheidungen verständlicher und besser nachvollziehbar aufzubereiten. Der Finanzberater bleibt dabei der zentrale Ansprechpartner des Kunden.
Es geht also nicht darum, sich zwischen menschlicher Expertise und künstlicher Intelligenz zu entscheiden. Vielmehr sollten beide dort eingesetzt werden, wo ihre jeweiligen Stärken liegen. Technologie unterstützt bei Analysen, sorgt für einheitliche Standards und ermöglicht es, große Informationsmengen effizient zu verarbeiten. Berater bringen das nötige Verständnis für Zusammenhänge, Urteilsvermögen und Verantwortungsbewusstsein ein. Gemeinsam schaffen sie die Grundlage für fundiertere Beratungsgespräche und eine Finanzplanung, die sich konsequent an den tatsächlichen Bedürfnissen des Kunden orientiert.
Warum Berater und KI gemeinsam mehr erreichen als KI allein
Die Forschungsergebnisse bestätigen einen Grundsatz, der auch für den KI-Ansatz von Mediolanum zentral ist: KI kann einem einzelnen Menschen überlegen sein. Menschen, die KI gezielt einsetzen, können jedoch bessere Ergebnisse erzielen als die Technologie allein. Sie unterstützt das menschliche Urteilsvermögen, nimmt dem Menschen aber nicht die Verantwortung ab. Auch Nicolinis Umfrage weist in diese Richtung: Die Befragten fühlten sich bei einem Berater, der KI einsetzt, wohler als bei einer rein automatisierten Beratung. Kunden stehen der Technologie also durchaus offen gegenüber, möchten aber weiterhin einen Menschen an ihrer Seite wissen.
Deshalb setzen wir KI überwiegend im Vorfeld von Kundengesprächen ein. Unsere Investmentteams nutzen die Technologie, um Informationen zusammenzutragen, Fondsmanager kontinuierlich zu beobachten und Anlageentscheidungen noch gründlicher zu überprüfen. Eines unserer Instrumente entwickelt beispielsweise die überzeugendsten Argumente für und gegen ein Investment. Es spricht selbst keine Empfehlung aus, sondern hinterfragt die Einschätzung, die ein Experte zuvor getroffen hat. Mit derselben Sorgfalt sollten Berater auch KI-generierte Antworten prüfen, die Kunden in ein Beratungsgespräch mitbringen.
Darüber hinaus entwickeln wir Lösungen, mit denen sich Portfoliodaten zeitnah in verständliche Inhalte aufbereiten lassen, die sprachlich und inhaltlich zu Mediolanum passen. Sie sollen Berater in der Kommunikation mit ihren Kunden unterstützen, nicht das persönliche Gespräch ersetzen.
Bestimmte Aufgaben bleiben dem Menschen vorbehalten. Wenn die Märkte fallen und ein Kunde seinen Berater anruft, zählen Urteilsvermögen, Einfühlungsvermögen und eine gewachsene Vertrauensbeziehung. Technologie kann dabei helfen, ein solches Gespräch vorzubereiten. Führen sollte sie es nicht. Für uns gilt deshalb ein einfacher Grundsatz: KI darf niemals mehr Entscheidungsbefugnis haben als der Mensch, in dessen Auftrag sie handelt.
Für unabhängige Finanzberater in Deutschland bedeutet das, dass künftig immer mehr Kunden mit Antworten aus KI-Anwendungen in die Beratung kommen werden. Die Aufgabe des Beraters besteht darin, aus diesen Antworten einen tragfähigen Finanzplan zu entwickeln. Aus unserer Sicht liegt die Zukunft deshalb in einer Beratung, die durch verantwortungsvoll eingesetzte KI unterstützt wird. Sie verbindet die Geschwindigkeit der Technologie mit dem Verständnis für individuelle Lebenssituationen und der persönlichen Verantwortung, die nur ein Mensch übernehmen kann.
Sie wollen mehr über unseren Ansatz und den Mediolanum Life Plan erfahren? Dann sprechen Sie uns gern persönlich an:
Cor Dücker
Leiter der Geschäftsentwicklung für Deutschland
Dirk Fischer
Patriarch Multi-Manager GmbH